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Polymerpreise

Die aktuellen Polymerpreise - bereitgestellt von KI - Kunststoff Information

 

 

"KI - Kunststoff Information" ist seit 1971 eine der erfolgreichsten Informationsquellen für die europäische Kunststoffindustrie. Mit einem einzigartigen Netzwerk aus Produzenten, Distributeuren/Händlern und Verarbeitern hat KI engen Kontakt zu vielen Hundert Marktteilnehmern, um Preis- und Marktdaten zu ermitteln. Auf dieser Basis informiert KI regelmässig mehr als 5.000 europäische Kunden über aktuelle Kunststoffpreise, Kapazitäten und Marktlagen sowie Preistrends.

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Standard-Thermoplaste Mai 2017: Notierungen sinken weit überwiegend ab / Styrolkunststoffe zeigen starke Korrektur / PVC-Mischungen im Ausnahmezustand / Olefine driften im Juni abwärts / Andere Sorten stabiler

Den Rollover der Ethylen-Referenz konnten die europäischen PE-Anbieter im Mai 2017 nicht in die Polymerpreise umsetzen. Sinkende Spotpreise und wegen des erstarkenden Euros besonders angezogene Importe unterminierten die Anstrengungen. So kam es auf breiter Front zu Nachlässen.

Trotz des Rollovers der C3-Referenz bröckelten auch die PP-Preise. Weltweit schwächelten die C3-Strecken einschließlich der Polymere. Zudem standen aus europäischer Produktion auch wieder mehr Waren als zuvor zur Verfügung. Die Käufer sorgten mit taktischer Zurückhaltung für zusätzlichen Druck auf die Notierungen.

Die PVC-Verarbeiter machten derweil unangenehme Erfahrungen. Während das polymere Matrixmaterial in allen Facetten mit dem Rollover der Ethylenreferenz preislich stabil verharrte, trieben die Zuschlagstoffe die fertigen Abmischungen in die Höhe. Die enge Versorgung bei Titandioxid dauert nun schon mehr als ein halbes Jahr an. Dazu kam aber nun noch ein weiterer Schub aus dem Weichmacher-Bereich. Die Preise für DINP etwa schossen wegen schlechter Verfügbarkeit in kurzer Zeit um mehr als 300 EUR/t in die Höhe. Die Anhebungen im Mai bei weichen Mischungen dürften daher lediglich als Vorboten der weiteren Entwicklung zu deuten sein.

Die Preiskorrektur der Styrolkunststoffe setzte sich fort. Nach der vorangegangenen Hausse verzeichnete der SM-Referenzkontrakt mit -245 EUR/t den zweiten Monat in Folge einen steilen Absturz. Der Tendenz des wichtigen Basisprodukts folgten auch die Styrolkunststoffe, wobei die Erzeuger nicht die volle Kostenermäßigung an die Verarbeiter weitergaben. Immerhin liegen die PS- und EPS-Preise aber wieder unter dem Durschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Die PET-Preise folgten maßgeblich den sinkenden Vorproduktkosten. In der zweiten Monatshälfte stabilisierten und festigten sich die Notierungen jedoch tendenziell. Letztlich mussten die Erzeuger so nicht die volle Kostenersparnis weitergeben.

Zumindest in der ersten Junihälfte dürfte es zu weiteren substanziellen Abschlägen bei PE kommen. Die Ethylen-Referenz setzt ein deutliches Zeichen. In einigen Segmenten könnte das Kalkül der Anbieter jedoch in Richtung Trendwende im Monatsverlauf zielen. Viel wird davon abhängen, wie stark sich die Kaufzurückhaltung lösen wird.

Auch beim PP werden sich die Nachlässe wohl etwas erhöhen. Die Propylen-Referenz folgte dem Absacken des Naphtha-Niveaus seit Mitte April. Das wird unmittelbar auch die Polymere treffen, eventuell sogar darüber hinaus.

Die polymeren Grundqualitäten des PVC haben aufgrund des Ethylen-Hintergrunds ebenfalls keinen festen Stand, leichte Abschläge scheinen möglich. Die Mischungen dagegen deuten wegen der anhaltenden Schwierigkeiten bei TiO2 und nun auch Weichmachern eher nach oben.

Der Styrol-Referenzkontrakt für Juni lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Allgemein wird ein eher starker Rollover erwartet. Dieser Preistendenz würden auch PS und EPS dann wohl weitgehend folgen.

Die PET-Nachfrage verzeichnete bereits im Mai klare Anstiege. Mit einer sonnigen Wetterlage im Juni dürfte der Bedarf nochmals anschwellen, eine gute Saison kommt in Sicht. Falls die Vorproduktkosten etwas anziehen sollten, wird auch das PET sicher höher notieren.

Technische Thermoplaste Mai 2017: Rollover überwiegt / Enge Versorgung bei PC, POM und PMMA besteht weiterhin / Möglicher Aufwärtstrend hier bereits vor Quartalsbeginn / Leichte Dämpfung der Nachfrage

Mit wenigen Ausnahmen blieb die Mehrzahl der technischen Thermoplaste im Mai im Rollover hängen – trotz teilweise fester tendierender Vorprodukte. Die meisten Forderungen waren bereits eingepreist, nur gelegentlich kam es noch zu Nachwehen. Die insbesondere bei PC, POM und PMMA enge Versorgungssituation besserte sich angesichts einer weiterhin guten Automotive-Nachfrage nicht. Allerdings war der zusätzliche Trend zur Mengensicherung nicht mehr so deutlich präsent wie zuletzt. POM litt zudem unter einem Ausbleiben von Asien-Importen. Die dennoch abwärts gerichtete Tendenz der Plastixx-Kurve ist dem kräftigen Abschlag bei ABS geschuldet, dessen Typen dem Korb der technischen Thermoplaste zugerechnet werden.

Der letzte Monat des zweiten Quartals sollte weitgehend ohne Bewegung bleiben. Erst Anfang Juli wird es zu neuerlichen Aufschlägen kommen, erste Ankündigungen großer Erzeuger gibt es bereits. Bei PA 6 dagegen spekulieren die Verarbeiter auf weichere Notierungen. Abrufseitig sollte mit Blick auf die kommende Ferienzeit eine gewisse Beruhigung eintreten. Insbesondere auch der Automobilbau dürfte schwächer ordern.

Lediglich bei POM, PBT und PMMA könnte es bereits vor dem Quartalswechsel zu Forderungen kommen, hier könnte die knappe Verfügbarkeit von Vorprodukten und Polymeren auch in die längerfristigen Verträge hineinfunken. Bei POM wäre eine Intervention der Copolymer-Anbieter denkbar, die sich im Gegensatz zu den Erzeugern von Homopolymeren bislang ruhig verhalten haben. Ähnliches gilt für das sehr enge PMMA, für das rekordverdächtige Forderungen eines Herstellers im Raum stehen. Auch hier sind erste Zuckungen schon vor Anfang Juli wahrscheinlich. Die Forderung eines großen BDO-Erzeugers könnte zudem bei PBT für Bewegung sorgen, obwohl das Polymer bislang von den Erhöhungen ausgenommen ist.