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Die Fachzeitschrift für Werkstoffe –
Verarbeitung – Anwendung

Grossaufmarsch am RaKuFo – auch im Nicht-Jubiläumsjahr

(02.09.2016) Zum 11. Mal bereits wurde am 1. September das Rapperswiler Kunststoff-Forum (RaKuFo) durchgeführt. Mit 160 Besuchern (ohne Mitarbeiter des Instituts für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung IWK) ist das Interesse an diesem Jahresevent ungebrochen.


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„Das IWK hat sich für die Unternehmen der Kunststoffindustrie zu einem wichtigen Partner für die Umsetzung innovativer Produkte oder Produktionstechnologien entwickelt. Auch innerhalb der HSR ist das IWK ein kompetenter Partner für institutsübergreifende Zusammenarbeit“. Mit diesen Worten begrüsste Prof. Alex Simeon, Prorektor für angewandte Forschung&Entwicklung, die Teilnehmenden des diesjährigen Rapperswiler Kunststoff-Forums. Simeon stellt fest, dass die Professoren des IWK neben der Forschung bereits in drei Studiengängen unterrichten. Zudem vermeldet er Neuigkeiten: „Durch die neu besetzte Professur für Metallkunde sowie die Verarbeitung und Bearbeitung von Metall wird der metallische Bereich verstärkt, was sich auch in einer erweiterten Maschinenausstattung der HSR internen Werkstatt widerspiegeln wird“.


Prof. Dr. Frank Ehrig, Institutsleiter und Leiter Fachbereich Spritzgiessen / PUR, beleuchtete in seinem Begrüssungsreferat die Innovationsfelder für die Kunststofftechnik. Rückblickend stellte er fest, dass die Technologietrends wie Funktions- und Prozessintegration, Leichtbau und Faserverbundkunststoffe seit der Gründung wichtige Standbeine sind. Im Laufe des Institutsaufbaus sind die Bereiche Polymerengineering, Compoundierung und Extrusion, biobasierte Kunststoffe und Verbindungstechnik, dazugekommen und werden aktuell durch die Professur im Bereich der Metallver- und –bearbeitung ergänzt.



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Prof. Dr. Georg Steinbichler, Bereichsleitung F&E Technologie, Engel Austria GmbH, zeigte auf, dass die Mensch/Maschine-Schnittstelle in der Fabrik der Zukunft aufgrund zunehmender Komplexität von Prozessen eine noch grössere Rolle spielt als heute. Er verdeutlichte das wie folgt: „Assistenzsysteme in der Steuerung einer Spritzgiessmaschine haben ähnlich wie in einem modernen Automobil die Aufgabe dem Spritzgiesser mehr Transparenz, Assistenz und Effizienz zu schaffen“. Als wesentliche Vorteile werden damit eine maximale Schonung von Werkzeug und Maschine, eine verbesserte Entlüftung und eine Reduktion des Energieverbrauchs erzielt. Neue Prozesstechnologien sieht Steinbichler in der Insitu-Polymerisation und der Tapelegetechnik zur wirtschaftlichen Fertigung endlosfaserverstärkter Bauteile für Leichtbauanwendungen in Verbindung mit der Spritzgiesstechnik.




Sehr anschaulich präsentierten Dr. Frank Burbulla, Berechnungsingenieur CAE Fahrzeugsicherheit, Porsche AG, und Prof. Dr. Pierre Jousset, Fachbereichsleiter Verbindungstechnik, in ihrem zweiteiligen Referat, wie die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Hochschule in der Praxis funktioniert. Am Beispiel der Verbindung von hybriden Strukturen mit Klebstoffen zeigen sie auf, dass für eine aussagekräftige Modellbildung in der numerischen Crashsimulation die gesamte Verbindungstechnik vom Schweissen, Schrauben, Nieten, Clipsen sowie Kleben berücksichtigt werden muss. Neben dem Gesamtfahrzeugmodell müssen die Grundlagenversuche und die Parameterbestimmung der Materialmodelle für die Simulation der hyperelastischen Klebstoffe durchgeführt werden. Diesen Teil übernahm im Rahmen einer Forschungszusammenarbeit das IWK. Die Integration der Ergebnisse in das Gesamtmodell erfolgte dann wiederum bei Porsche.


Massgeschneiderte Leichtbaulösungen für unterschiedlichste Anwendungen präsentierte Prof. Dr. Gion Andrea Barandun, Fachbereichsleiter Faserverbund / Leichtbau, IWK. „In den letzten Jahren haben sich die Möglichkeiten bezüglich Materialien und Bauweisen für Leichtbauanwendungen deutlich erweitert. Dank neuartiger Werkstoffe und innovativer Prozesse entstehen immer wieder neue Lösungen für teilweise sehr spezifische Problemstellungen“ stellte Barandun fest. Die angesprochenen Lösungen vertiefte er anschaulich anhand unterschiedlichster Entwicklungsprojekte.


Eine Erweiterung der Produktionstechnik am IWK präsentierte Prof. Daniel Schwendemann, stv. Institutsleiter, Fachbereichsleiter Compoundieren / Extrusion, IWK: Mit der neuen 3-Schicht-Flachfolienanlage werden die bisher möglichen Verfahrensvarianten für die Folienherstellung deutlich erweitert. Durch den modularen Aufbau können drei mit gravimetrischen Dosierungen ausgestattete Extruder eingesetzt werden. Mit der Anlage rundet das IWK sein Angebot im Bereich der Folienextrusion ab. Die Anlage steht ab sofort für Entwicklungsprojekte oder Produktmusterungen zur Verfügung.


Laborpräsentationen mit Fachvorträgen
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in den Labors die neuesten Entwicklungen und Technologien der Fachbereiche Spritzgiessen/PUR, Compoundierung/Extrusion, Faserverbundtechnik/Leichtbau, Verbindungstechnik und Mechanische Systeme vorgestellt. Zur Demonstration aktueller Projekte waren die verschiedenen Kunststoffverarbeitungsmaschinen live in Betrieb. In Form von Kurzvorträgen wurden ausgewählte Entwicklungen präsentiert.


Abgerundet wurde die Tagung durch die Seerundfahrt. Dass diese Tradition inzwischen gut verankert ist, zeigt sich an der jährlich steigenden Anzahl Personen, die die Fahrt über den Zürichsee beim Apéro riche zum Netzwerken und Geniessen nutzte.


www.hsr.ch



In den Laboren der HSR wurde den Besuchern von den Fachleuten des IWK in der Praxis vorgeführt, was sie vorher in diversen Vorträgen gehört hatten.

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Die traditionelle Schifffahrt auf dem Zürichsee.

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Bilder: Marianne Flury



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