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Die Fachzeitschrift für Werkstoffe –
Verarbeitung – Anwendung

Polymerpreise

Die aktuellen Polymerpreise - bereitgestellt von KI - Kunststoff Information

 

 

"KI - Kunststoff Information" ist seit 1971 eine der erfolgreichsten Informationsquellen für die europäische Kunststoffindustrie. Mit einem einzigartigen Netzwerk aus Produzenten, Distributeuren/Händlern und Verarbeitern hat KI engen Kontakt zu vielen Hundert Marktteilnehmern, um Preis- und Marktdaten zu ermitteln. Auf dieser Basis informiert KI regelmässig mehr als 5.000 europäische Kunden über aktuelle Kunststoffpreise, Kapazitäten und Marktlagen sowie Preistrends.

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Standard-Thermoplaste September 2017: Anbietern von PE, EPS und PET gelingen Margensteigerungen / PP, PVC und PS tendieren zur Kostenweitergabe / Weitere Anhebungen in Sicht / Ausnahme Styrol-Kunststoffe

Die europäischen PE-Anbieter konnten in vielen Segmenten deutlicher punkten als es die Kostenvorgabe angezeigt hatte. In der ersten Woche blies Hurrikan „Harvey" die US-Märkte durcheinander, was auch in Europa zu Anhebungen führte. Dazu gesellten sich die Lieferverzögerungen durch die Unterbrechung der Rheintalbahn.

Gerne hätten auch die PP-Produzenten die Preise deutlicher über die Kostensteigerung der Propylen-Referenz von 40 EUR/t hinaus angehoben. Das gelang ihnen jedoch nur bei sehr tiefen Ausgangslagen. Die Käufer hielten sich angesichts eines gefühlt hohen Preisniveaus zu stark zurück für mehr.

Die hochfliegenden Vorstellungen einiger großer PVC-Anbieter auf margensteigernde Anhebungen wurden ebenfalls durch die Marktrealitäten geerdet. Bei den unplastifizierten Hart-PVC dagegen machten sich Steigerungen bei den Zuschlagstoffen bemerkbar, die abgemischten Werkstoffe zogen überproportional an.

Den heftigen Kostenschub durch den Anstieg der SM-Referenz (190 EUR/t) haben die PS-Produzenten meist vollständig weitergegeben. Bei EPS, wo Versorgungsengpässe den Markt prägten, garnierten viele Anbieter die Aufschläge zudem noch mit einer Margenausweitung.

Im PET-Markt ging es weiterhin „drunter und drüber". Die Spotpreise schossen gut dreistellig in die Höhe. Bei den regulären Geschäften war vom Rollover bis hin zu dreistelligen Steigerungen abermals eine große Bandbreite anzutreffen. Die moderat gestiegenen Kosten spielten dabei nur eine geringe Rolle.

Bei PE werden die Vormonatstrends zumindest in der ersten Oktober-Hälfte vermutlich fortgesetzt. Die Steigerungen dürften vielfach erneut über der abermaligen Kostensteigerung der Ethylen-Referenz liegen.

PP wird sich dagegen wohl eher an der abermals moderat gestiegenen Propylen-Referenz orientieren. Die leichten Flaschenhälse sind in Auflösung, die Käufer stehen nicht unbedingt unter Zugzwang.

Auch bei PVC werden sich die Anbieter voraussichtlich auf die Kostenweitergabe beschränken müssen. Ausnahme bleiben die harten Mischungen.

Die Berg- und Talfahrt der Styrolkunststoffpreise hält weiter an. Im Oktober fiel der SM-Referenzkontrakt um 110 EUR/t. In dessen Windschatten werden zumindest bei PS und EPS die Preise wieder nach unten rauschen – auch wenn die Erzeuger die Kostensenkung wohl nicht in voller Höhe an den Markt weiterreichen werden.

Bei PET erwarten viele Spieler eine Beruhigung der Lage. Schon der abnehmende Flaschenbedarf sorge für eine schwächere Nachfrage, so die Prognose. In den USA scheint derweil mit M&G Polymers ein wichtiger Anbieter kurz vor dem Untergang, die Produktion wurde wegen Liquiditätsproblemen eingestellt. Engpässe sind im Weltmarkt aber angesichts der Materialfluten aus Asien weiterhin kaum zu erwarten.

Technische Thermoplaste September 2017: Differenziertes Bild / Abschläge bei PC und PA 6 / Weitere substanzielle Aufschläge bei PMMA und nun auch PBT / Trends setzen sich im Oktober fort

Das Bild der Märkte für technische Thermoplaste in Europa zeigte sich im September 2017 sehr differenziert. Während wichtige Werkstoffe wie PC und PA 6 wegen der zuletzt gesunkenen Vorproduktkosten erste Federn ließen, machten sich bei PMMA und nun auch bei PBT die teils fast dramatisch zu nennenden Entwicklungen in den jeweiligen Rohstoffketten in Steigerungen bemerkbar. Auch die Situation bei PA 6.6 wurde zunehmend spannungsvoller, jedoch wirkte hier der Überschneidungssektor des Marktes mit PA 6 stabilisierend. Als Hort der Ruhe präsentiert sich derzeit dagegen das POM.

Derweil schoss ABS mit der urplötzlich hochgesprungenen Styrol-Referenz ebenfalls nach oben. Auch die PP-Compounds zollten dem Auftrieb des Propylens und seiner Standard-Polymerabkömmlinge Tribut.

Bei den klassischen technischen Werkstoffen setzen sich die jeweiligen Trends des Septembers in den Oktober fort. Viele Quartalsabschlüsse sind noch weiter in Verhandlung, was die Unsicherheit und das Ringen in vielen Segmenten unterstreicht. Die Richtungen aber bleiben klar. Während PC und PA 6 weiter unter Abwärtsdruck stehen, sind bei PBT und insbesondere bei PMMA weiterhin starke Auftriebsimpulse am Werk.

Die stark von den Commodities beeinflussten ABS registrieren zwar wieder einen deutlichen Rückgang bei Styrol, der aber wird von Butadien und ACN weitgehend abgefangen. Die PP-Compounds befinden sich weiterhin in moderatem Tempo auf dem Berggang.